15.1.06

"Gruseln bis der Arzt kommt": ID Pool # 15


Im November 2000 war ich erst ein paar Monate in Berlin, aber diese Anzeige aus der Berliner Zeitung hat mich damals schon fasziniert und wie so vieles ist sie Jahre lang in meinem Archiv verschwunden.
Nachdem ich den Vorsatz gefasst habe einen Zweitberuf auszuüben, war klar, dass ich mich mit einer Initiativbewerbung an die Betreiber des Gruselkabinetts wenden würde.
Meine gerühmten Leidenschaften für den sanften Schrecken kamen bei dem Kautz gut an und er ließ mich an diesem Sonntag zum ersten mal auf die armen Besucher los.
Ich hatte an alles gedacht: Das Nachtsichtgerät, den Glibberschleim und das eiskalte Händchen.
Von meinen Gruseltalenten vollauf überzeugt, habe ich die Kassenfrau überredet, zusätzlich zu der Eintrittskarte eine von mir aufgesetzte Einverständniserklärung dem Publikum auszuhändigen und nur jene, die sie unterschrieben abgegeben hatten, durften in die Gruft passieren.
Meine Erfahrungen als professioneller Erschrecker sind vielfältig.
Als Fazit kann ich sagen: je jünger, desto besser kann man erschrecken. Einmal habe ich es zu weit getrieben, der Notarzt schaffte es nur mit Mühe und Not den 13 Jährigen wieder zurückzuholen. Der Bus mit den Senioren aus Gera hat mir den Rest gegeben. Sie waren sozusagen schreckressistent. Warum eigentlich?
http://www.gruselkabinett-berlin.de/

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