6.1.06

Die kleine Flucht nach Asien: ID Pool # 6


Jeder, der was auf sich hält, geht ins Ausland. K. sitzt in schottischen Pubs rum und lernt Duddelsackspielen, die Althansens setzen sich nach Kopenhagen ab, um geheimes Informatikerwissen außer Landes zu schmuggeln, die Schwarzmutigen sind auf dem Weg in die Schweiz um Käse anzubauen und unsereins geht wenn´s hoch kommt zum Asialaden am Alex und versauert unter der grauen Einheitswolkendecke Berlins. So kann das nicht weitergehen. Zum Glück gibt es Kreditkarten.
Am Flughafen Tegel habe ich mich in den nächstbesten Flieger gesetzt. Einfach abhauen.
Langsam entspanne ich beim Blättern in einer Zeitschrift über den Wolken. Was ist das denn?, frage ich mich.
"Du bist Deutschland", droht man mir da. Ich schaue mich panisch um: sind jetzt alle auf der Flucht? Wollen alle desertieren? So viel war doch am Flughafen gar nicht los gewesen?
Was für ein Gedanke, die kollektive Therapie der Massendepression -gesponort von den Vereinigten Psychologischen Emiraten - soll ausgerechnet durch so ein paar lausige Plakate und Spots geheilt werden? Hallo! Ich bin nicht Deutschland - ich gehöre zu einer kleinen pfälzischen Seperatisteneinheit, die seit Jahren versucht das Saarland an Frankreich los zu werden. Nix Deutsch, ich Pfälzer!
Ich überlasse das Land aber auch nicht den austherapierten Zurückgebliebenen! Ich könnte mit der gleichen Maschine wieder zurückfliegen? Oder vielleicht doch im Ausland bleiben oder wenigstens im "Asia"(© Volker Mai)?ein paar Nudeln essen?

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