16.2.06

"Die 3 Herren aus Kreuzberg!" ID Pool # 48



Das Thema "Kopfgeldjäger, läßt mich nicht los. Ich setze voraus, dass man den Artikel gelsesen hat:
Bis ich die erwähnten Drei zu Gesicht bekam, war es ein langer Weg.
Die Mitwohnzentrale, die mich vermittelt hatte, sei verflucht, es gibt Erfahrungen, die möchte man einfach nicht machen.
Der Import-Export-Laden, indem man sich die Schlüssel abholen sollte und auch eine Kaution hinterlegen mußte, schien auf den ersten Moment alle Vorurteile zu bestätigen, die ich bis dahin über solche Firmen: In Ermangelung eines Fotos, habe ich mir erlaubt ein in Hof ansässiges Hotel als Illustration (oder auf Dummdeutsch Anmutung) heranzuziehen: Gummibäume, Gardinen, Teppichböden, Rauch von der letzten Nacht.

Das seltsame wissende Grinsen des Schlüsselwärters hätte mich warnen sollen, "vom Film" (aha! schien es hinter seiner Stirn zu wummern – horizonatales Gewerbe – bei primitiven Menschen gibt es da eine naheliegende Verbindung!).
Das Zimmer, in dem ich schlafen sollte, war nicht groß genug für meinen Koffer (er grinst), weshalb dieser auf dem Flur stehen bleiben sollte. Das Badezimmer, naja, es gibt schlimmeres (er grinst) und dann die Altbauküche – naja, is ja nicht für lange.
"Wohnt den sonst niemand hier?", "Doch, doch, die kommen erst heute abend, (er grinst)... auf Arbeit!" (er grinst). Wir schreiten drei abgeschlossene Zimmer auf einem langen Flur ab.
"Ich muß auch zu meiner Arbeit" (er grinst). Als ich wiederkomme und meinen neuen Zimmerschlüssel ins Schloß stecke ist noch alles o.k.. Mein Schlaf war unruhig. Meine Träume – eine Herde Fluchttiere.
Am nächsten Morgen dann der Weg ins Badezimmer. Ich mache die Tür auf und denke an nichts Böses, aber da ist plötzlich zwischen mir und der Badewanne dieser Teppich. Organisches Material (muß ich deutlicher werden), das volle Programm, Klebriges, Kaltes, Kurzes, Kräuselndes - abgeschnitten, diverse Farben!
Meine Nackenhaare heben mein Unterhemd an, ich flüchte in die Küche, aber das war der falsche Ort. Da sitzen sie. Mein Hereinpoltern haben nur die Frauen mitbekommen, die Männer, meine Mitbewohner müssen erst per Berührung darauf aufmerksam gemacht werden... Da ist noch einer!
Drei Taubstumme Russen, stramme muskulöse Männer. Häschen auf dem Schoß. Sie lachen mich herausfordernd an.
Ich fliehe ungewaschen aus der WG und mit einem olympischen Rekord im Kofferpacken. Nennt mich Spießer, nennt mich reif für die Klapse, aber noch heute könnte ich schwören, dass es sich um Auftragskiller gehandelt hat, die sich nach getaner Arbeit mit ihren leichten Mädchen vergnügten.
Erfahrungen mit Mitwohnzentralen austauschen! Das wäre ein Beginn!
Noch jemand eine Story zum Thema?

Wer trotzdem noch Lust hat auf einen Schamhaarschnitt:
Kopfgeldjäger
Mo - Fr 10 - 20 Uhr, Sa 10 - 18 Uhr
Stargarder Straße 76, Prenzlauer Berg

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