28.2.06

"Prinz Freedom!": ID Pool # 61


Wer hat nicht schon mal eine Email bekommen in der der "former King of..." um unsere Mithilfe zur Rettung seiner Probleme bat. Was soll ich sagen, Sly Freedom hat mein Auto gekauft.
Meine Erfahrungen auf dem Gebrauchtwagenmarkt kurz zusammen gefasst: Araber sind Gerissen, die deutschen Käufer sind zu dumm, sich eine Telefonnummer zu notieren und die Afrikaner haben das Herz am rechten Fleck.
Meine alte Möhre wird noch 300 000 km in Ghana herunterraseln und dort eine Familie glücklich machen. Man fühlt sich nicht als Verkäufer, sondern als jemand, der etwas Gutes getan hat. Sly hat in seinem Internetcafé ein Bild von sich hängen: auftoupierte Mähne, Tigerzahnkette, Löwenfellscherpe, Speer in der Hand auf einem handgeschnitzen Edelholzthron - das volle Prinzenprogramm also: der Vater König eines Dorfes in Ghana!
Zwei Wochen schippert mein Auto von Hamburg aus ins Afrikanische runter (500 €), wird dabei wahscheinlich von der aggresiven salzgetränkten Luft vom Rost zerfressen, hat dann aber dennoch seinen Wert, wenn es auf dem Hafen augelöst wird (1700 €) nahezu verfünffacht.
Wenn ich das nächste Auto verkaufe, dann werde ich mit auf die Reise gehen (KLM 700.- €) und im beschaulichenn Ghana urlauben, während ich auch noch mein Auto an einen Eingeborenen-König verhöckere. Sly Freedom ist schließlich ein Mann mit Kontakten.
Wem sollte man sein Auto verkaufen, wenn Sly mal gerade voll ist? Gibt es andere interessante Autokäufer? Oder schlimme Erfahrungen?

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