23.2.06

"Geschichte zu (Edel-)Gebrauchtwagen" ID Pool #55


Wer seine alte Möhre verhöckern will, der ist hier richtig.
Noch bevor ich die finale Taste gedrückt habe, ruft mich schon der erste Händler an, es ist 0.31 Uhr – der Mann ist auf zack!
"Was ist dein Preis, was ist dein Endpreis!"
Da ich meinen Preis gerade nach oben korrigiert habe (derweil klopft in der Leitung schon der nächste an), kommen wir nicht ins Geschäft. Der wartende Anrufer möchte gleich vorbeikommen und knistert mit den Scheinen an der Muschel, wenn ich nicht so müde wäre, würde ich schwach werden...
An Schlafen ist aber noch nicht zu denken, ich muß zuerst meine Telefonnummer gegen meine Handynummer austauschen, damit ich überhaupt schlafen kann, es klopft schon wieder.
In diesem Moment "klopfen", fällt mir ein, dass ich ja meine Adresse angeben mußte, hoffentlich klingelt mir nicht gleich so ein autogeiler Händler die Kinder raus, unsere Klingel klemmt seit einem Klebstoffattentat.
Nein, das Klingeln bleibt aus, noch. Der dritte Anrufer möchte mich auch herunterhandeln und hat mich nach 3 Sätzen soweit, dass ich glaube mein Auto verschenken zu müssen.
Beulen, Rost, Kilometer, Schrotthaufen... Blödsinn, ich werde mich hinhocken und den Preis in astronomischer Höhe ansetzen, damit ich wenigstens gut schlafen kann...
Kurz vorm wegdämmern, noch ein Gedanke...
Fräulein S. hat mal eine Ausstellung über die Geschichten rund um Mercedes SL Fahrzeuge gemacht "Mythos SL" (auf projects/exhibitions klicken) und diese Geschichten wären sicher einen Film wert.


Pablo Picasso, Frau Jacqueline und der Fotograf David Duncan im "Schwarzen Torpedo"/ © WCF

Mthos SL: der Torpedo von Fotojournalist David Douglas Duncan, den eine enge Freundschaft mit Pablo Picasso verband schenkte das Coupé 1996 Picassos Sohn Claude, der selbst ein ausgesprochener Autonarr ist.
Der Wagen selbst hat schon einiges mitgemacht:
"A photo-reportage in Holland in 1976 on the making of the film “A Bridge Too Far” led to high drama of a different kind. Duncan’s “Black Torpedo” was stolen in Haarlem and disappeared without trace for several weeks. The first signs of hope for its recovery came only when contact was made with the Mafia. Five weeks later Duncan was able to reclaim his car on the Dutch-Belgian border, having paid a “finder’s reward” of 12,000 Swiss francs. The SL was returned cleaned and with a full tank. Even Duncan’s trenchcoat had been washed, ironed and placed on the rear shelf.
Text & photos courtesy DaimlerChrysler AG

Wer aber eine Geschichte (auch gerne weniger spektakulär) zu seiner Schrottlaube hat, die ja immer auch mit dem Leben zu tun hat, der Kommentarknopf ist heute ganz heiß auf dich! Ehrlich!

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